Eine phantastische Rundreise durfte ich (Gabor) mit meiner Frau, Madeleine, erleben. Alles hat mit einer 700km-Fahrt in non-stop strömendem Regen nach Paderborn angefangen. Unterbrochen wurde die Fahrt durch eine Einladung zum Essen in Wiesbaden, bei Wolfgang Schüler (Professor, Buchautor, Lauftherapeut und – soeben entdeckt – ein guter Koch und Gitarrist). Ihm haben wir die Aufträge zu den Guideausbildungen in Deutschland zu verdanken.

Am 2. Tag haben wir eine erfolgreiche Blindenguide-Ausbildung mit zehn Lauftherapeuten (ein eingenständiges Berufsstand in Deutschland) durchgeführt. Nach dem Theorie-Teil haben Madeleine und ich mit je fünf Kandidaten in einem wunderschönen Park im Bad Lippspringe die Kunst des Begleitens geübt. Der achtstündige Kurstag ist im Nu vergangen. Grossen Dank an den Organisator, Klaus, für die perfekten Bedingungen und für seine Elektriker-Erfahrung.

In den Tagen danach haben wir – wieder ein paar Hundert Kilometer weiter – das Ehepaar Löffler besucht (er blind, sie Begleiterin), wo wir zum Essen eingeladen waren und Gelegenheit hatten, uns über (nicht Gott und die Welt) den Laufsport, den Blindensport und alles, was dazu gehört zu unterhalten. Juliana und Hannes sind tolle Menschen und vollbringen viele Erfolge sowohl auf 5, wie auf 42 km. Nach einer Guideausbildung bei uns vor ein paar Jahren haben  sie den Verein Blindschleichen gegründet, wo sie Guides einführen und sie mit sehbehinderten Läufern zusammenbringen.

Der Besuch des Ehepaares Wilhelm (ja, ebenfalls ein paar Hundert Kilometer weiter) war sehr angenehm. Beim Kaffee und selbstgebackenen Kuchen haben uns Uli und Torsten über ihre Marathonerfahrung am Tag vorher (Rennsteig-Marathon) berichtet. Uli, sehbehindert, ist zum ersten Mal „fremdgegangen“ (sprich mit einem anderen Guide gelaufen) um Torsten endlich sein eigenes (schnelleres Tempo) laufen zu lassen.

Nun viele Kilometer weiter, bereits in Nürnberg, haben wir Barbara und Anton kennengelernt. Anton, blind, wird in den nächsten Tagen die 100 km von Biel unter die Füsse nehmen und dabei von fünf Guides von uns begleitet werden. Unter anderem von unserem Gregor, der die ganze Organisation übernimmt.

Nach einem Halt in München, wo unser Auto in einem Parkhaus aufgebrochen und vollständig ausgeräumt wurde, sind wir am nächsten Seminarort, in Nördlingen, angekommen. Ohne PC, ohne Beamer, ohne Laufbekleidung. Alles war weg. Dank der hochkarätigen Organisation von Heike, von der Vereinigung sehbehinderter und blinder Kinder, hat alles geklappt. In der Mittagszeit, nach der Theorie, konnten wir noch schnell etwas an Laufbekleidung kaufen und die sehbehinderten bzw. blinden Kinder zwischen 5 und 15 in einem Park joggend begleiten. Selbstverständlich wurden die Eltern miteinbezogen und wir alle durften einen wunderschönen Tag miteinander verbringen.


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